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Poker

Poker ist heutzutage eines der beliebtesten Glücksspielen überhaupt. Das Besondere daran ist, dass beim Poker die Spieler gegeneinander spielen und das Kasino nur als Ausrichter fungiert. So ist es möglich, dass Spieler auf lange Sicht einen Vorteil gegenüber anderen Spielern haben und dementsprechend gibt es auch Profispieler.

Das wird gebraucht

Kartendeck ohne Joker Zwei Spieler

Unter dem Begriff Poker versteht sich eine Familie von Kartenspielen, welche üblicherweise mit dem angloamerikanischen Blatt, welches zweimal 50 Karten umfasst, gespielt werden und bei dem fünf Karten eine Hand, das so genannte Pokerblatt, bilden. Beim Poker setzen die teilnehmenden Spieler, ohne das Blatt der Gegner zu kennen, einen variablen, mehr oder weniger wertigen Einsatz in Form von Spielmarken, Geld, Chips, Sachgegenständen und vielem mehr auf die zu erwartende Gewinnchance der eigenen Hand. Die eingesetzten Werte werden in einem gemeinsamen Topf, auch Pot genannt, geworfen. Der Spieler, welcher am Ende übrig bleibt, sei es dadurch, dass er die stärkste Hand hat, oder dadurch, dass die anderen Spieler den von diesem vorgelegten Einsatz nicht setzen, bekommt den Inhalt des Ports. Das Nichtwissen über Kartenblätter der Gegner wie auch die Einsätze auf die Gewinnchancen eröffnet die Möglichkeit, mit schwachen Karten gegen die anderen Spieler zu gewinnen. Im Poker ist es das Ziel eines jeden Spielers, möglichst viele Werte, also beispielsweise Chips oder Spielmarken sowie Geld, von den anderen Spielern zu gewinnen.

Wie bei jedem Kartenspiel gibt es auch hier Spielvarianten. In Casinos beispielsweise ist die Spielvariante üblich, in der die Spieler nicht gegeneinander, sondern einzeln gegen das Haus spielen. Rein rechtlich gesehen zählt Poker in Deutschland überwiegend zum Glücksspiel. Der Spieler hat in jeder Spielvariante die Möglichkeit, sein Blatt zusammenzustellen. Je nach Variante sind ferner die bevorzugte und die maximale Spieleranzahl unterschiedlich. In manchen Varianten gewinnt sogar nicht die beste Hand, sondern die schlechteste Hand.

Spielablauf

Das Austeilen und natürlich auch das Mischen der Karten ist alleine in dem privaten Umfeld nur die Aufgabe von einem Mitspieler, dem so genannten Dealer. Die Rolle des Dealers vollzieht sich im Wechsel Reih um: In jedem Spiel ist ein anderer Mitspieler der Dealer. In Casinos wiederum werden die Karten normalerweise vom Haus beziehungsweise von einem entsprechenden Angestellten verteilt. Damit keine Missverständnisse aufkommen und um der Position des Dealers eine symbolische Bedeutung zu geben gibt es eine entsprechende Spielmarke, den so genannten Dealer Button, welcher auf dem Spieltisch immer beim Dealer liegt.

Um am Spiel teilzunehmen kann es notwendig sein, einen so genannten Mindesteinsatz zu erbringen. Meistens wird dieser Mindesteinsatz durch so genannte Blinds oder Antes etabliert. Die Blinds setzen normalerweise die Spieler mit einer relativen Position zum Dealer. Es gibt einen Small Blind und einen Big Blind. Wie der Dealer werden beide durch entsprechende Spielmarken symbolisiert. Antes wiederum werden von sämtlichen Mitspielern gesetzt. Manchmal wird der Ablauf vereinfacht, wobei die Antes von einem stellvertretenden einzelnen Spieler für alle gesetzt werden.

Einsätze und grundlegende Abläufe

Nach dem Setzen der Mindesteinsätze erhalten sämtliche Spieler ihre ersten Karten vom Dealer. Sodann folgt wenigstens eine Setzrunde, in denen die Spieler die eigenen Karten einschätzen. Außerdem werden in diesen Runden die Einsätze gemacht. Die Verteilung der Karten wird zwischen den einzelnen Setzrunden verändert, da der Dealer mit jeder Runde weitere Karten verteilt oder bei den Spielern in den Setzrunden die Gelegenheit zu dem Tausch von Karten gegeben wird. In der Regel scheiden innerhalb der Setzrunden einige Spieler freiwillig aus. Sie folden. Der Einsatz der ausgeschiedenen Spieler bleibt im Topf. Das Spiel kann schon in der Setzrunde enden, wenn ein Spieler seinen Einsatz macht, welcher von keinem anderen Mitspieler durch seinen Einsatz selbiger Höhe beantwortet wird (Call). Der Gewinner gewinnt auch den Topf, entgegen der üblichen Meinung ist es jedoch kein Muss, die (verdeckten) Karten der Spieler aufzudecken. Wenn alle vorgesehenen Kartenausgaben bzw. Kartentausche durchgeführt wurden, ist die letzte Setzrunde erreicht. Die letzte Setzrunde kann ebenfalls erreicht werden, wenn die Einsätze einen vereinbarten Höchstwert erreichen. Wenn mehr als zwei Spieler denselben Betrag gesetzt haben, kommt es im Spiel zum so genannten Show-down. Hier decken die verbleibenden Mitspieler ihre Karten auf. Anhand des Wertes der jeweiligen Blätter wird nun bestimmt, wer den Pot bzw. den Topf erhält.

Ablauf von einer Setzrunde

Eine Setzrunde läuft folgendermaßen ab: Die Spieler wetten auf den Wert ihres Blattes. Oft ist dieser ganz zu Beginn noch nicht genau feststellbar, da das Blatt nicht vollständig ist. Üblicherweise werden die Einsätze in diesem Zusammenhang vor den jeweiligen Spieler auf dem Spieltisch platziert. In einigen Varianten beginnt eine Setzrunde stets bei dem Spieler links vom Dealer. In anderen Varianten wiederum variiert der Beginn der Setzrunde von Spieler zu Spieler. Das Spielrecht wandert dabei stets Reih um und mindestens einmal um den Tisch. Wenn Erhöhungen durchgeführt werden, so wandert das Spielrecht immer so weit, wie dass es jedem Spieler möglich ist, auf die letzte Erhöhung zu reagieren. Der allererste Einsatz der Runde wird von null ausgehend dabei als Erhöhung bezeichnet. Am Ende einer jeden Setzrunde haben entweder sämtliche Spieler nichts gesetzt oder sie haben alle Einsätze von derselben Höhe gemacht. Oder aber alle bis auf ein Spieler sind ausgestiegen und das Spiel ist zu Ende.

Spielzüge

Wenn in einer Setzrunde keinerlei Einsätze gemacht wurden, so kann der Spieler wahlweise checken, sprich schieben, oder einen Einsatz machen (bet). Wenn andere Spieler jedoch bereits erhöht oder bereits gesetzt haben, so kann dieser Spieler entweder folden, also aus dem Spiel ausscheiden, callen, also einen Einsatz derselben Höhe machen oder „raisen“ (engl. to raise), also einen Einsatz von höherer Wertigkeit machen.

Spielvarianten

Die vollständige Beschreibung einer Pokervariante umfasst die Spielart, die Blindstruktur, die Setzstruktur und die Wertungsvariante ebenso wie eventuell vorhandene Sonderregeln. Die Setzstruktur legt wiederum vor, wie viele der Spieler erhöhen oder setzen dürfen. Die Spielart wiederum setzt fest, welche Karten vom Spieler eingesehen werden dürfen und welche Karten für die Bildung von der besten Hand verwendet werden können. Die Blindstruktur wiederum bestimmt, wie sich der Grundstock aus den Einsätzen im Spiel zusammenstellt. Sonderregeln können das Spiel auf diese Weise beliebig abändern.

Texas Hold'em

Seit einiger Zeit ist diese Spielvariation äußerst beliebt, ebenso das Omaha hold'em, welches der erstgenannten Variante ziemlich ähnlich ist. Im Laufe der Zeit kommen bei diesen und bei allen weiteren hold‘em Variationen von Poker so genannte Community Cards, also Gemeinschaftskarten, vor. Bei den eben genannten beiden Varianten sind es 5 dieser Gemeinschaftskarten, welche auf den Tisch kommen. Diese Karten ermöglichen es jedem Spieler, seine Hand zu bilden. Jeder Spieler erhält zusätzlich zu diesen Karten zu Beginn einer jeden Runde so genannte Hole-Cards. Diese Karten können ausschließlich von dem entsprechenden Spieler eingesehen werden, sie können also auch nur von diesem Spieler genutzt werden. Die Spielvariante „No Limit“ Texas hold‘em ist international am größten verbreitet. No Limit bedeutet wiederum, dass jeder Spieler in einem Zug sämtliche Chips setzen könnte. Bei der Spielvariante „Omaha“ hold'em ist wiederum das Pot Limit sehr verbreitet. Der Grund, warum Texas hold'em so populär ist, liegt in der Einfachheit, es zu erlernen, ebenso wie in seiner Komplexität, wodurch man einige Zeit benötigt, bis man als Spieler ein hohes Niveau erreicht.

Beim so genannten Stud Poker bekommt jeder Spieler wiederum sowohl verdeckte als auch offene Karten. Ein zusätzliches Merkmal von dieser Variante ist die Position von dem Spider, welcher die Runde eröffnet: Diese wechselt sehr häufig. Neben dem Tropical Stud Casinospiel fällt auch das sehr weit verbreiteteren Seven Card Stud, der Ersatz für das in die Jahre gekommene Five Card Stud, in diese Kategorie. Stud wiederum spielt sich normalerweise immer mit einem fixen Limit und Ante. Bis vor einigen Jahren war Seven Card Stud die einzige Variante, welche in Casinos angeboten wurde. Immer mehr Casinos bieten inzwischen aber ebenfalls Texas hold'em an.

In der dritten Kategorie, welche das so genannte Draw Poker umfasst, werden die ältesten Pokervarianten vereint. Ein Spieler erhält hier abhängig von der Variante eine feste Anzahl an Karten, welche verdeckt in seiner Hand verbleiben. Draw Poker ist die alleinige Variante von Poker, bei welcher die Gegenspieler niemals die Karten des Spielers zu Gesicht bekommen. Die verbreitete Spielart ist Five Card Draw. Hierbei hat jeder Spieler fünf Karten auf der Hand. In mehreren Setzrunden lassen sich die Karten gegen nicht bekannte Karten tauschen. So kann die Hand eventuell verbessert werden. Lange Zeit war Five Card Draw die beliebteste und am weitesten verbreitete Variante. In vielen Filmen oder sie deshalb auch thematisiert. Der Schwerpunkt liegt hierbei in Westernfilmen, da die Variante auch im wilden Westen sehr verbreitet war.

Easy Poker und Pai Gow Poker sind weitere verbreitete Pokervarianten in Casinos, welche sich nicht direkt in die genannten Kategorien einordnen lassen. Poker kann man übrigens ebenfalls mit Spielwürfeln spielen. Die Pokerwürfel entstanden um das Jahr 1880 in den USA. Es existieren Aufzeichnungen in Form eines Patentes aus dem Jahr 1881. An den Decksflächen zeigen Pokerwürfel die Kartensymbole König, Dame, Bube, Ass, Zehn sowie die Neun. Dabei liegt der Neun das Ass gegenüber, sowie dem König die Zehn und der Dame der Bube. Liar Dice, Poker Dice und Escalero sind die drei grundlegenden Varianten.

Pro Setzrunde ergeben sich für die gesetzten Beiträge und für die Anzahl von den Erhöhungen (hier Spielvarianten) verschiedene Höchst- und Mindestzahlen (Limit).

Kombinationen

Das wichtigste beim Pokerspiel sind die Kombinationen, die ein Pokerspieler am besten auswendig kennt. Eine Hand wird beim Poker stets nach der Höhe ihrer Kombination bewertet. Die Wertung steigt, je unwahrscheinlicher die Kombination ist. Wenn zwei Spieler dieselbe Kombination haben, so entscheidet die Beikarte, der so genannte Kicker, wer den Pot bekommt. Wenn jedoch zwei Spieler genau dieselben fünf Karten besitzen, wird der Topf in der Regel geteilt. Die Farben spielen in einem solchen Fall keine Rolle. In den inzwischen nicht mehr so weit verbreiteten Draw-Varianten ist es üblich, das eigene Blatt aus nur fünf Karten zu bilden. Bei den anderen Varianten wie Texas hold'em werden zwar ebenfalls nur fünf Karten für die Kombination benötigt, jedoch kann der Spieler aus sieben verfügbaren Karten wählen, woraus sich höhere Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Kartenkombinationen ergeben; außerdem ergeben sich grundsätzlich höherwertigere Kartenkombinationen. Bei einer Straße beispielsweise muss das Ass entweder am unteren Ende als Eins oder am obigen Ende nach dem König stehen. Eine Straße von Fünf bis Ass ist also ebenso gültig wie eine Straße von Ass bis Zehn. Die „Straße um die Ecke“, zum Beispiel von einer Vier bis zum König, geht dafür nicht. Hieraus folgt, dass eine Straße mindestens eine Fünf oder eine Zehn enthalten muss. Im Folgenden sind die Kombinationen in einer Tabelle übersichtlich dargestellt:






Name

Bedeutung

Kriterium

Wahrscheinlichkeit bei 5 Karten

Wahrscheinlichkeit bei 7 Karten

High Card

(Höchste Karte)

Keine von den unteren Kombinationen

Höhe einzelner Karten

50 %

17 %

One Pair

(Ein Paar)

Zwei Karten mit demselben Wert

Höhe von dem Paar und von den Beikarten

42 %

44%

Two Pair

(Zwei Paare)

Zwei Paare (zweimal One Pair)

Höhe von den Paaren und von den Beikarten

5 %

24 %

Three Of A Kind

(Drilling)

Drei gleichwertige Karten

Höhe von dem Drilling und von den Beikarten

2 %

5 %

Straight

(Straße)

Fünf Karten bilden eine Reihe

Wert der höchsten Karte

0,4 %

5 %

Flush

Fünf Karten haben die gleiche Farbe

Höhe jeder einzelnen Karte

0,2 %

3 %

Full House

Ein Paar und ein Drilling

Höhe von dem Drilling und von dem Paar

0,14 %

3 %

Four Of A Kind

(Vierling)

Vier gleichwertige Karten

Höhe von dem Vierling und von den Beikarten

0,024 %

0,17 %

Straight Flush

Gleichfarbige Straße

Höchste Karte

0,0014 %

0,028 %

Royal Flush

Gleichfarbige Straße mit Ass als höchstwertige Karte

*Topf wird geteilt* (Split Pot)

0,000154 %

0,0032 %

Setzstruktur

Welchen Betrag ein Spieler setzen darf und um welchen er erhöhen kann, regelt die so genannte Setzstruktur. Auch sie ist stark abhängig von der Variation, die gespielt wird. In der No Limit Variante beispielsweise ist es jedem Spieler möglich seine gesamten Chips zu setzen – ein Spieler ist in einem solchen Falle All In. Besonders häufig wird dieses offene Limit bei den Hold‘em Varianten eingesetzt. Die bereits oben erwähnte Pot Limit Variante unterscheidet sich nur dadurch, dass man immer so viel setzen darauf, wie sich gerade schon im Pot befindet. Das fixe Limit, oft auch einfach nur Limit genannt, legt die Höhe für Erhöhungen und Einsätze pro Setzrunde von Anfang an fest. Zwar ist es möglich, dass das gleiche Limit für jede Setzrunde benutzt wird, jedoch ist das nicht üblich. Im Gegenzug ist es sehr weit verbreitet, dass nach der Hälfte von den Setzrunden der Grundeinsatz verdoppelt wird. Eine häufig angewendete weitere Regelung ist hier, dass pro Setzrunde maximal drei Erhöhungen durchgeführt werden können. Das fixe Limit ist dem Hold‘em entsprechend gegensätzlich. Es ist bei dieser Variante ziemlich schwer den Gegner durch bluffen zur Aufgabe zu bewegen. Spread Limit ist wiederum nicht so weit verbreitet wie die anderen drei Varianten. Bei dieser Variante ist es den Spielern nur möglich, innerhalb von einem bestimmten Bereich zu erhöhen oder zu setzen. Sämtliche Limit Varianten zwingen den Spieler dazu, im Falle einer Erhöhung um den Big Blind zu erhöhen. Beim fixen Limit muss der Spieler um den Blind erhöhen, das ist Vorschrift. Der so genannte Cap ist eine weitere Ausnahme bzw. Variation. Hierbei richtet sich der Einsatz eines jeden Spielers über sämtliche Setzrunden auf einen einzigen festen Betrag. Der Stapel der Spieler wird für jede Runde somit auf diesen Cap reduziert.

Mindesteinsätze, Wertungsvarianten und Sonderregeln

Um den nötigen Druck auf die Spieler auszuüben empfiehlt es sich, bevor man eine Spielrunde beginnt, bereits eine bestimmte Menge an Geld oder Chips im Pot zu haben. Die Reihenfolge von den möglichen Kombinationen pro Hand wird in der Wertungsvariante festgelegt; die klassische Variante ist hier high. Die beste Hand, entsprechend den oben gezeigten Kombinationsmöglichkeiten in der Tabelle, gewinnt. Die beste Hand ist demnach maximal das Royal Flush. Am weitesten verbreitet ist heute high. Manchmal wird jedoch auch low gespielt. Hier gewinnt nicht die beste, sondern eben die schwächste Hand. Eigentlich ist low nur ein Überbegriff für mehrere verschiedene Varianten der Wertung. Am weitesten verbreitet ist hier Lowball ace to five. Diese Variante kommt ohne Flushes und Straights aus, außerdem ist die niedrigste Karte das Ass und repräsentiert die Eins. Auf das Ass wiederum baut sich die gewöhnliche Reihenfolge auf, am Ende kommen die Bildkarten. Die beste Hand ist dementsprechend eine Kombination von den Karten Ass bis zur Fünf. Die niederwertigste Hand wiederum ist ein König-Vierling mit einer Dame als entscheidende Karte bzw. Kicker. Lowball Deuce to Seven ist eine weitere Untervariante, in welcher alle möglichen Kombinationen enthalten sind, also auch die in der eben beschriebenen Variante nicht vorhandenen Straights und Flushes. Die höchste Karte ist hier das Ass. Die beste Karte ist dementsprechend die Zwei bis Sieben. Wenn die gleiche Kombination bei low von mehreren Spielern etabliert wurde, verliert der Spieler, welcher die höchste Karte hat. Wenn die Karten identisch sind, zählt entsprechend die zweithöchste bzw. die dritthöchste Karte. Wenn mindestens zwei Spieler die gleiche Hand haben, ist ein Split Pot üblich.

Sonderregelungen werden neben Home Games inzwischen auch von Cash Games verwendet. In der Regel wird ein Regeländerungsvorschlag dann akzeptiert, wenn alle Spieler, die im Pot verbleiben, den Regeländerungsvorschlag akzeptieren und die bekannteste Sonderregelung ist beispielsweise, dass der Spieler, damit er überhaupt setzen darf, eine Mindesthand inne haben muss. Bei dem Casinospiel „Let it Ride“ wird dem Spieler beispielsweise erst dann das Geld ausgezahlt, insofern dieser eine Hand hat, die besser ist als ein Paar Zehner. Ebenso weit verbreitet ist die Sonderregelung, dass bestimmte Karten von einem Kartendeck zu Jokern erklärt werden. Hierdurch ist eventuell auch ein Fünfling möglich. Nach den gängigen Regeln würde ein Fünfling sogar den Royal Flusch schlagen.

Spieltheorie und Strategie

Für fast alle Kombinationen auf einer Hand haben sich über die Jahre hinweg bestimmte, in der Regel englische, Begriffe etabliert. Meistens müssen die Begriffe je nach Spielvariante unterschieden werden. Übrigens liegt der Grund, warum eigentlich sämtliche Ausdrücke in Englisch gesprochen werden, darin, dass Poker seine Wurzeln in den USA hat. Dort haben die wichtigsten Entwicklungen stattgefunden.

Es ist beim Poker sehr wichtig, den eigenen Stand bei Entscheidungen zu beachten. Von mathematischer Seite aus stellen Turniere der Variation „Sit and Go“ eine besonders weit entwickelte Pokerform dar. Die Spätphase bzw. die dortige Entscheidungshilfe, in welcher die Chips der Spieler gegenüber den Blinds recht klein sind, kann mit einem mathematischen Modell (Independent Chip Model) beschrieben werden.

Beobachtung und Körpersprache

Durch das Beobachten der Gegner kann ein sehr guter Spieler erahnen, welche Strategie die Gegner verfolgen. Dabei achtet der Spieler einerseits auf das Spielverhalten, andererseits aber auch das Setzverhalten und das Tempo, mit welchem der Gegenspieler Entscheidungen trifft. Neben einer Beobachtung der Spielweise kann auch eine Beobachtung des Verhaltens des Gegenspielers Aufschluss über dessen verfolgte Strategie geben. Spieler mit den entsprechenden Fähigkeiten können anhand verschiedener Zeichen der Körpersprache erkennen, wie stark das Blatt des Gegenspielers ist. Beispielsweise sagt man, dass ein Spieler, der seine Karten für lange Zeit betrachtet, in der Regel eine starke Hand hat. Ferner lässt sich mitunter recht einfach erkennen, ob ein Gegenspieler sich nervös zeigt. Gute Spieler beobachten in diesem Zusammenhang die Augen, die Hände, das Gesicht und die Körperhaltung der Gegenspieler. Man spricht hier von einem Pokerface, wenn der Spieler über seine Körpersprache absolut keine Informationen über seine Spielweise preisgibt. Es erfordert eine wirklich strenge Disziplin, ein solches Pokerface zu entwickeln. Viele professionelle Pokerspieler nutzen in diesem Zusammenhang beispielsweise Sonnenbrillen, um ihre Augen abzudecken. Andere Methoden professioneller Spieler sind, die Karten bestenfalls nur sehr kurz anzusehen oder sogar per Kopfhörer Musik zu hören. Diese lenkt von dem Blatt ab. Eine weitere Beobachtung die sich bei Spielern machen lässt, ist, dass sie ihre Chips zählen. Derartige Spieler haben meist nur noch wenige Chips, wollen diese aber einsetzen. Sie wollen diese Hand also spielen. Wieder andere führen mit den Chips Tricks vor, um die Gegner abzulenken. Manche Spieler geben außerdem Ratschläge für die anderen Mitspieler oder sie kommentieren die eigenen sowie die aufgedeckten Karten. Manchmal provozieren sich Spieler gegenseitig sogar durch harte mündliche Attacken. Man kann, insofern man erkennt, wie die Spieler reden und in welchen Situationen die dies tun, einen Vorteil daraus ziehen und meistens lässt sich ein Gegner mit dieser Methode verunsichern. Manche Spieler bestellen sich, nachdem sie „All In“ gegangen sind, zum Beispiel ein Getränk. Dies signalisiert hohe Sicherheit, denn sie werden noch eine lange Zeit am Tisch sitzen. Die genannten Methoden werden von guten Spielern beherrscht und variabel eingesetzt - auch dann, wenn es eigentlich nicht üblich ist. Hier lässt sich ein deutlicher Nachteil für Online Pokerspiele erkennen: Hierbei lässt sich das Verhalten und die Strategie der Gegenspieler nämlich nur über den Chat deuten.

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