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Tarock

Tarock ist eines der ältesten Kartenspiele der Welt. Vermutlich ist es bereits im vierzehnten oder fünfzehnten Jahrhundert entstanden, vermutlich in Italien. Denn von dort gibt es die ältesten Berichte über das Spiel Tarocchi. Tarock wird mit eigenen Karten gespielt, die sich im 18. Jahrhundert zu den berühmten Tarot-Karten, die zur Wahrsagerei verwendet werden, entwickelt haben.

Das wird gebraucht

Kartendeck ohne Joker Vier Spieler

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bis hinein ins 19. Jahrhundert war Tarock vermutlich das beliebteste Kartenspiel in Europa. So ist es auch nicht verwunderlich, dass heute Tarock eigentlich kein einheitliches Kartenspiel ist, sondern eher die Bezeichnung für eine Kartenspielfamilie, die mehrere bekannte Kartenspiele beinhaltet. Varianten sind Kroßtarock, Königrufen, Neunzehnerrufen, Cego, ungarisches Tarock, Zwanzigerrufen, Dreiertarock, Tapptarock, französisches Tarock, Droggn, Truggu, Troccas, Strohmanteln oder Wiener Art.

Tarockvarianten

Die verschiedenen Tarockvarianten werden mit verschiedenen Spielern gespielt, mit verschiedenen Karten und mit verschiedenen Regeln. Das komplette Tarockblatt beinhaltet 78 Karten, aber auch teilweise nur 54 oder 40 Karten je nachdem wo Tarock gespielt wird. Dabei gibt es die klassischen Farben des französischen Blattes mit Herz, Pik, Karo und Kreuz sowie 21 eigenständige Trumpfkarten. Die mit den römischen Zahlen und eigenen Bildern gekennzeichnet sind. Vor einigen Jahrhunderten gab es sogar noch mehr Karten mit eigenen regionalen Motiven.

Gemeinsam ist allen Tarockvarianten das es darum geht so viele Stiche wie möglich zu machen. Und das es eben 21 Trumpfkarten gibt. Vermutlich ist auch aus diesen 21 Trumpfkarten erst das Prinzip der Trümpfe beim Kartenspiel entstanden. Neuere Untersuchungen lassen sogar vermuten, dass der Joker über Tarock entstanden ist. Es gibt nämlich Varianten mit einem 22. Trumpf, dem höchsten, und dieser trägt das Bild des Narren – aus dem sich dann vermutlich im Laufe der Zeit der Joker entwickelt hat.

Heute ist Tarock nicht mehr so weit verbreitet. Früher haben berühmte Persönlichkeiten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Johan Wolfgang von Goethe, Johan Strauss oder Sigmund Freud regelmäßig Tarock gespielt. Heute dagegen ist es hauptsächlich noch in Frankreich und den Nachfolgeländern der Habsburgmonarchie Österreich, Ungarn, Italien, Tirol und der Schweiz. In Österreich ist Tarock sogar offiziell als Geschicklichkeitsspiel anerkannt. Das heißt es darf genauso wie Bridge, Schach oder Schnapsen auch außerhalb von Kasinos um Geld gespielt werden. Im Gegensatz zu Poker zum Beispiel, dass auch trotz anderslautender Kommentare auch in Österreich weiterhin als Glücksspiel gilt.

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