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Uno

Uno ist ein Spiel ähnlich Mau-Mau das von Merle Robbins im Jahre 1969 entwickelt wurde. Heute wird es vom Spielwarenkonzern Mattel vertrieben. Uno gilt heute als das meistverkaufte Kartenspiel der Welt. Für das Spiel gibt es ein eigenes Kartendeck mit 108 Karten. Die Karten haben vier Farben (blau, grün, rot, gelb) und die Werte von neun bis null. Hinzu kommen noch drei Aktionskarten in jeder Farbe sowie acht schwarze Aktionskarten. Da jede Karte bis auf die Null und die schwarzen Aktionskarten doppelt sind, kommen am Ende 108 Karten zusammen.

Das wird gebraucht

Kartendeck ohne Joker Zwei Spieler

Bei dem Spiel UNO handelt es sich um ein Kartenspiel aus den USA, in welchem jeder Spieler das Ziel hat, die Karten seiner Hand schnellstmöglich abzulegen. Bereits hier wird deutlich, wie nah das Spiel UNO an dem Kartenspiel Mau-Mau steht: Der Unterschied besteht eigentlich nur darin, dass UNO mit einem speziellen Blatt gespielt wird. UNO bedeutet auf Spanisch und Italienisch übrigens „Eins“ (für die Zahl 1).

Ziel des Spiels

Rundenbasiert ist das Spielziel ein Punktestand von 500 Punkten. Der Gewinner eines jeden Spiels, also der, der zuerst sämtliche Karten von seiner Hand gemäß den Spielregeln abgelegt hat, bekommt die Kartenwerte aller anderen Karten, die sich noch auf der Hand eines jeden Spielers befinden, in Form von Punkten gutgeschrieben.

Punktesystem

Für die Punktezählung gelten im Normalfall die auf der Karte aufgedruckten Werte. Lediglich die Aktionskarten sind davon ausgeschlossen: Farbige Aktionskarten zählen 20 Punkte, wohingegen schwarze Aktionskarten 50 Punkte zählen.

Historischer Hintergrund

Das Spiel UNO basiert auf einer Spielidee von Merle Robbins aus dem Jahr 1969. Dort wurde es zu Beginn nur in der Familie selbst gespielt. Doch der Erfolg ließ nicht auf sich warten: Ein paar Jahre später, genauer im Jahr 1971, ging die erste Auflage mit dem Umfang von 5000 Spielen an den Markt. Das Startkapital betrug damals 8000 $ und die 5000 Spiele waren allesamt sehr schnell vergriffen. Ein Jahr später wurden die Rechte des Spiels an einen Freund verkauft, zu einem Preis von zehn Cent pro verkauftem Spiel und einem Grundpreis von 50.000 $. Durch die Firma International Games wurde das Spiel von nun an international vermarktet. In den Jahren 1986-1992 wurde UNO von Amigo in Deutschland vertrieben. Auch eine spanische Version ist in diesen Jahren erschienen, unter dem Namen Borras Plana. In Skandinavien wiederum wurde der Vertrieb von Spear-Spiele übernommen. In besagtem Jahr 1992 wurde die Firma International Games dann vom Mattel-Konzern übernommen. In Deutschland wird das Spiel UNO ab dem Jahr 1992 daher auch von Mattel vertrieben. Noch vor Phase 10 ist UNO laut dem Verlag das bestverkaufte Kartenspiel der ganzen Welt.

Regelwerk

Das Setup ist relativ einfach. Jeder Spieler bekommt zu Beginn von jeder Runde genau sieben Karten verdeckt ausgeteilt. Nachdem jeder Spieler sieben Karten vor sich liegen hat, darf man die Karten auf die Hand nehmen und alle restlichen Karten werden verdeckt auf einen Stapel in die Mitte gelegt. Von diesem Stapel werden die Karten aufgenommen. Die oberste Karte des Stapels wird ganz am Anfang offen direkt neben den Stapel gelegt. Ein Spieler darf nur dann eine Karte ablegen, wenn diese Karte entweder in Zahl oder Farbe der offenliegenden neben dem Stapel übereinstimmt. Bei UNO gibt es desweiteren spezielle Aktionskarten in schwarzer Farbe. Für diese gibt es besondere Regeln, die weiter unten beschrieben werden. Hat ein Spieler keine passende Karte, muss er eine Karte vom Stapel nehmen und darf nicht ablegen. Ein Beispiel wäre, wenn eine gelbe 9 offen neben dem Stapel liegt, der Spieler aber weder eine 9, noch eine Karte in der Farbe Gelb auf der Hand hat. Er kann dann nicht ablegen und muss eine Karte aufnehmen. Für viele wohl die wichtigste Grundregel ist, dass beim Ablegen der vorletzten Karte „Uno“ ausgerufen werden muss. Diese Regel spielt in der genaueren und spezielleren Betrachtung der Spielregeln eine wichtige Rolle, mehr dazu weiter unten. Wer die letzte Karte abgelegt hat, gewinnt.

Aktionskarten

Die eben erwähnten schwarzen Aktionskarten haben je nach Karte verschiedene Auswirkungen, welche in der folgenden Liste erläutert werden. Zuvor sei noch gesagt, dass jede Karte außer der +4 immer gespielt werden darf. Die +4 darf nur dann gespielt werden, wenn sich auf der Hand keine passende Karte befindet. Eine weitere Regel ist, dass die Farbwahlkarte nicht als letzte Karte gespielt werden darf.

  • +2: Der folgende Spieler wird übersprungen und muss zwei Karten aufnehmen.

  • Aussetzen: Es wird der folgende Spieler übersprungen. Diese Karte darf nicht auf eine +4 gelegt werden.

  • +4: Der Spieler, welche diese Karte gelegt hat, darf die zu legende Farbe bestimmen. Die +4 darf auf keine +4 gelegt werden. Außerdem wird der folgende Spieler übersprungen und muss vier Karten aufnehmen.

  • Farbwahl: Mit dieser Karte schreibt ein Spieler dem folgenden Spieler vor, welche Farbe von diesem zu liegen ist. Eine Farbwahlkarte darf übrigens nicht auf eine Farbwahlkarte gelegt werden.

  • Retour: Mit dieser Karte wird die Spielrichtung gewechselt. Dies funktioniert effektiv natürlich nur bei mehr als zwei Spielern. Dennoch wird die Karte auch bei einem UNO Spiel mit zwei Spielern eingesetzt, in welchem sie dann die Funktion der Aussetzen-Karte übernimmt.

Detaillierte Regeln und Strafen

Es gibt bei UNO diverse Strafen, beispielsweise, wenn man vergisst „Uno“ zu sagen. Diese Regeln werden in der folgenden Liste erläutert:

  • Vorschlag: Wenn jemand seinen Mitspieler einen Vorschlag macht, was diese jetzt spielen soll, so muss der vorschlaggebende Spieler zwei Karten ziehen.

  • Falsche Karte gelegt: Wenn ein Spieler gar nicht an der Reihe ist, aber dennoch eine Karte legt, oder eine falsche Karte legt, muss er diese Karte zurücknehmen und muss zusätzlich eine weitere Karte aufnehmen.

  • Uno vergessen: Wie bereits angekündigt, gibt es eine Strafe, wenn der Spieler vergisst, dass Ablegen der vorletzten Karte mit „Uno“ zu verkünden, bis dass der folgende Spieler eine Karte gelegt hat. Ist das der Fall, so muss der Spieler, welcher vergessen hat „Uno“ zu sagen, eine Karte ziehen.

  • Sicherstellung +4: Da die +4 nur dann ausgespielt werden darf, wenn der Spieler die gerade liegende Farbe nicht bedienen kann, entsteht ein Potenzial zum Schummeln. Deswegen ist es dem Mitspieler der die 4 Karten aufnehmen muss erlaubt, im Zweifel einen Beweis anzufordern. Der Spieler, welcher die +4 gelegt hat, ist daraufhin in der Beweispflicht und muss seine Karten offenlegen, um zu zeigen, dass die Farbe in der Tat nicht von ihm bedient werden konnte. Glückt der Beweis, so ist der Spieler, welcher herausgefordert hat, dazu gezwungen, zu den vier Karten noch zwei weitere aufzunehmen. Kann der Beweis nicht gemacht werden, so muss der +4 Spieler selbst die 4 Karten aufnehmen.

Verschiedene Varianten für ein vielfältiges Spiel

Es gibt neben diesen Grundregeln noch viele weitere Regeln bzw. Varianten von UNO. Einige davon finden sich in der folgenden Auflistung:

  • Schwarz Jump-In: Hierbei ist es erlaubt, die schwarzen Aktionskarten jederzeit einzuwerfen.

  • Schnelles Doppel: Identische Karten können auf einmal abgelegt werden.

  • Unendliches Ziehen: Hierbei muss ein Spieler so lange die Karten vom Stapel aufnehmen, wie dass er keine ablegen kann.

  • Action Jump-In: Die aller erste Karte, die vom Stapel offengelegt wird, bekommt deren Funktion.

  • Action Uno: Hier kann für spezielle Zahlenwerte eine Zusatzfunktion ausgemacht werden. Wenn beispielsweise eine 5 beliebiger Farbe gespielt wird, müssen die Mitspieler in die Hände klatschen, aufstehen oder auf den Kartenstapel mit einer Hand schlagen. Die Person, die eine der genannten Aktionen als allerletztes bis zu Ende durchführt oder sogar überhaupt nicht reagiert, ist dazu gezwungen, eine Karte aufzunehmen. Das Ganze geht auch andersherum: Dann muss der ausspielende Mitspieler eine solche Aktion durchführen. Erinnert er sich daran nicht, können die anderen Mitspieler sofort auf die Aufnahme einer Strafkarte bestehen.

  • Lass mich: Wenn ein Spieler durch eine +2 Karte zwei Karten aufnehmen muss, kann er einen Aussetzer gleicher Farbe auf die +2 legen und die Funktion beider Karten so an den nächsten Spieler weiterreichen. Dasselbe funktioniert natürlich auch mit der +4.

  • Retourkutsche: Wie bei „Lass mich“ ist es hier möglich, auf eine +2 eine Retour gleicher Farbe zu legen. Der Spieler, der die +2 gelegt hat, muss nun selbst zwei Karten vom Stapel ziehen. Dasselbe geht auch mit der +4.

  • Einschlafen: Wenn jemand vergessen hat, dass er gerade an der Reihe ist oder wenn beispielsweise eine Karte aus Unachtsamkeit vom Tisch fällt, muss dieser Spieler eine Karte ziehen. Insbesondere das „vom Tisch fallen“ einer Karte wird interessant - nämlich dann, wenn man mit Zwischenwerfen spielt.

  • Dämliche Fragen: Es gilt die Regel, dass während dem Spiel keinerlei Fragen gestellt werden dürfen. Vollkommen gleich, welche Frage ein Spieler im Spielverlauf stellt, er muss daraufhin eine Karte ziehen. In diesem Zusammenhang kann ein Mitspieler dem fragenden Spieler einfach eine Karte geben, denn der fragende Spieler hat in der Regel vergessen, dass keine Fragen gestellt werden dürfen. Es gibt hier natürlich eine Ausnahme: Die Frage danach, warum man gerade eine Karte in die Hand gedrückt bekommen hat.

  • Uno Uno: Wer seine letzte Karte ausgespielt hat und damit keine Karte mehr auf der Hand hat, hat eigentlich rechtmäßig gewonnen. In dieser Variante hat er das nur, wenn er nicht vergisst, „Uno Uno!“ auszurufen. Wenn er es doch vergisst, muss der Spieler zwei Karten ziehen und wieder mitspielen.

  • Weiterspielen: Bei dieser Variante ist eine Runde erst dann beendet, wenn sämtliche Platzierungen belegt sind. Nachdem der erste Spieler keine Karte mehr auf der Hand hat, läuft das Spiel also ganz normal weiter.

  • Reinholen: Diese Variante ist eine Abwandlung der vorigen (Weiterspielen). Auch hier kann ein Spieler zum Weiterspielen gezwungen werden, allerdings nicht durch einen vergessenen Aufruf, sondern durch entsprechende Karten (+2 und +4). Der Spieler, der eigentlich gewonnen und alle Karten von der Hand abgelegt hat, bleibt bei dieser Variante also einfach in der Runde. Natürlich gibt es hier Beschränkungen: Wenn der eigentlich fertige Spieler eine Runde überlebt, ohne eine Karte aufzunehmen, dann hat er gewonnen.

  • Ende ohne 0: Hierbei gilt die Regel, dass eine 0 eine Runde nicht beenden darf.

Verschiedene Ausführungen

UNO gibt es inzwischen in vielen verschiedenen offiziellen Versionen. Beispielsweise gibt es Uno Extreme, welches mittels Tastendruck und Automat gespielt wird: Anstatt eine Karte aufzunehmen muss der Spieler hier die Taste des Automaten drücken. Daraufhin muss nicht zwingend etwas passieren. Der Zufall bestimmt, ob nach Knopfdruck Karten aus dem Automaten kommen. Wenn ja, sind das immer unterschiedlich viele und der Spieler, der gerade den Knopf gedrückt hat, muss alle dieser Karten aufnehmen. Eine weitere Variante ist die Juniorausgabe, in welcher die Karten Tierbilder enthalten. Der Sinn dahinter ist, Kindern, die keine Zahlen lesen können, dass Spielen von UNO zu ermöglichen. Etwas technischer ist desweiteren die Ausführung Uno H2O, in welcher die Karten wasserfest gefertigt wurden und so auch unter Wasser gespielt werden können. Neuere Uno Versionen verfügen desweiteren über eine Optimierung für Linkshänder: Hierbei sind die Zahlen und Symbole nur noch oben links (oder entsprechend unten rechts) aufgedruckt. Themenbezogene Uno Spiele gibt es natürlich auch, beispielsweise Harry Potter Uno - natürlich auch mit entsprechenden themenbezogenen Regeln.

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