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Watten

Das Kartenspiel Watten wird hauptsächlich im süddeutschen Raum sowie in Österreich und Südtirol gespielt. Entstanden ist es vermutlich in Südtirol während der napoleonischen Kriege und wurde dann von den französischen Soldaten und ihren Verbündeten aus Bayern verbreitet. Der Name ist eine Eindeutschung des französischen letzter Trumpf „va tout“.

Das wird gebraucht

Kartendeck ohne Joker Vier Spieler

Spielverlauf

Beim Watten geht es darum mehr Stiche als die Gegner zu machen. Dazu spielt man zu viert in zwei Zweier Teams. In manchen Regionen wird Watten auch zu zweit, zu dritt oder zu sechst gespielt. Wird zu dritt gespielt, spielt ein Spieler immer gegen zwei. Bei Sechs Spielern wird in drei Zweier Teams gespielt.

Das Kartenspiel wird mit dem deutschen Blatt gespielt. Das heißt es gibt 32 Karten sowie die Farben Eichel, Herz, Laub und Schellen. Das Spiel beginnt mit dem Abheben des Spielers vor dem Kartengeber, anschließend bekommt jeder Spieler fünf Karten und der Spieler nach dem Kartengeber sagt zuerst an. Das Austeilen erfolgt einem geordneten Muster. Von Region zu Region verschieden, werden die Karten dabei in einer festgelegten Reihenfolge ausgeteilt. In Bayern zum Beispiel bekommt jeder Spieler zunächst zwei Karten und anschließend drei. In Südtirol ist es umgekehrt. Hält der Geber diese Reihenfolge nicht ein, kann das Gegnerische Team bis zu drei Punkte gutgeschrieben bekommen.

Nach dem Austeilen dürfen zuerst nur der Spieler nach dem Geber und der Geber selbst die Karten anschauen. Der Spieler nach dem Kartengeber heißt „Vorhand“, er sagt dann die Schläge an. Die Schläge sind die vier zweithöchsten Trümpfe. Die höchsten sind die drei Kritischen, je nach Region auch als ritten oder Griechen bezeichnet. Diese sind der Herz-König, die Schellen-Sieben und die Eichel-Sieben. Von Region zu Region gibt es auch hier Unterschiede. Diesen drei Karten folgen dann die Schläge. Dies sind vier Karten einer bestimmten Höhe. Also die Achter, oder die Damen usw.

Anschließend sagt der Kartengeber die Trumpffarbe an, also Herz, Laub, Eichel oder Schellen. Diese Karten sind dann die nächsthöchsten Trümpfe. Die Karte die sowohl Schlag als auch Trumpffarbe ist heißt Hauptmann und ist der höchste Trumpf bei den Schlägen.

Ziel des Spiels

Das Spiel geht nun los indem die Vorhand eine Karte ausspielt. Ziel ist es so schnell wie möglich drei Stiche zu machen. Es gibt weder Trumpf- noch Farb- oder Stichzwang. Die Spieler können legen was sie möchten. Während des Spiels können dann die Teams ansagen mehr als drei Stiche zu machen und damit zusätzliche Punkte zu bekommen. Die Gegner können aber auch ablehnen und so gibt es nur die zwei Punkte für einen normalen Sieg. Eine gesamte Kartenpartie mit mehreren einzelnen Kartenspielen ist dann vorbei wenn ein Team 15 Punkte erreicht.

Deuten

Eine Besonderheit beim Watten ist das Deuten. Dabei dürfen sich die Spieler durch geheime Zeichen über ihre Hände austauschen oder auch laut darüber reden und so die Gegner täuschen oder austricksen. Auch gilt Watten wenn es um Geld gespielt wird in Deutschland nicht als Glücksspiel. Es gibt daher vor allem in Bayern und Franken sehr viele Preiswatten-Turniere bei dem die Spieler auch Geld gewinnen können.

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